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HERZLICH WILLKOMMEN

VON FALL ZU FALL

In diesen Tagen häufen sich die Fälle. Von Fällen international tätiger Politgrössen und Wirtschaftspersönlichkeiten zum Holzfällen in unseren Gemeindewäldern und aussergewöhnlichen Einfällen.


Wir bestaunen Wasserfälle, erleiden Stromausfälle und entdecken Fallgruben.
Wir ärgern uns darüber, wenn kein Schnee fällt, aber auch, wenn der Schneefall nicht mehr aufhört.


Wir verfolgen mit Spannung fallende Aktienkurse, lesen von Unfällen und fallen aus allen Wolken.


Wir empfinden Zwischenfälle als störend und fallen doch zuweilen mit der Tür ins Haus.


Die einen fallen auf, die andern aus.


Immer wieder nehmen wir von den vielfältigen Fällen gefallener Mitmenschen Kenntnis und werden uns dabei unserer eigenen Fälle nur zu gut bewusst.


Denn manchmal fallen wir ab vom Kurs, und ja, auch vom Glauben.


Dabei sind wir - gerade wenn es um den christlichen Glauben geht - nicht einfach „Fälle“, einzelne Nummern, die sich in Reih und Glied in die Warteschlangen vor einen Postschalter stellen oder unscheinbare Rädchen im gut geölten Getriebe einer immer noch passabel prosperierenden Wirtschaft eines Landes sind, das zu den reichsten dieser Welt gehört.


Nein, wenn wir über den Glauben reden, fallen Wörter wie „Fallpauschale“ weg, weil wir für Gott keine „Fälle“ sind und er uns auch nicht „pauschal“ abfertigt, sondern sich individuell unser annimmt und uns alte, tiefwahre Worte ins Gedächtnis ruft:


Hab keine Angst. Ich habe dich erlöst.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen.
Du bist mein.1


Wir sind „du“, Gegenüber eines Gottes, der sich nicht auf „Hörensagen“ beruft, sondern sich von Fall zu Fall immer wieder neu auf uns einlässt.

Pfrn. Tabea Stalder und Pfr. Luc Hintze
1 Aus Jesaja 43,1