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HERZLICH WILLKOMMEN

"VON SINNEN"

 

(tsh) Seit Ende Oktober werden unsere Sinne intensiv berauscht und mit einem überreichen Angebot auf Weihnachten eingefuchst:

opulente Beleuchtungen, Baumschmuck in allen Farben, Glühwein ohne Ende, Lebkuchen und Sterne, Schokolade in den originellsten Variationen, Geschenkideen für jedes Alter, Kerzen soweit das Auge reicht und dazu Dauerbeschallung mit „Merry Christmas“.

 

Aber so ganz „merry“ und besinnlich ist Christmas gar nicht (mehr). Vielmehr sind wir in diesen Wochen vor Weihnachten von Sinnen. Wir durchforsten Läden nach mehr oder weniger passenden Geschenke für Menschen, die diese im ärgsten Fall kaum zu schätzen wissen.

 

Im Akkord absolvieren wir vorweihnachtliche Essen und Chlousehöcks im Geschäft, in der Schule, im Quartier, in der Chrabbelgruppe, im Fussballklub, in der Damenriege, in der Musikgesellschaft, beim Jodlerklub, im Schiessverein… Besuche vom Gotti und Götti der Kinder stehen ganz oben auf der Agenda, aber eben auch Besuche bei den eigenen Patenkindern, bei den Grosseltern, Tanten und Onkeln und wer da sonst noch so zum näheren Umfeld gehört.

 

Der Advent, der traditionellerweise mit dem feierlichen Entzünden einer ersten Kerze und einer besinnlichen Fastenzeit beginnt, verkommt zu einem Schlusssprint auf der Zielgerade des sogenannten Heiligabends, die mit der Dämmerung des 25. Dezembers endet, bevor wir uns dann schon wieder einsch(w)enken aufs neue Jahr.

 

Aber es ist sinnvoll, auch und besonders in diesen turbulenten Adventstagen, Einkehr zu halten, um nicht wie von Sinnen dauernd weiter zu rennen und dabei das Wesentliche zu verpassen, sondern die Sinne zu schärfen, die Bedeutung dessen, was wir da feiern, zu entdecken und – wie Maria – zu bewahren und zu hüten wie ein kostbares Geschenk.

 

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Lukas 2,19

 

Wir wünschen uns allen, dass wir in dieser Advents- und Weihnachtszeit nicht wie von Sinnen unser Programm abspulen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes zur Besinnung kommen und von der Weihnachtsbotschaft neu bewegt werden. In diesem Sinn: Merry Christmas!

 

Ihr Pfarrehepaar Tabea Stalder und Luc Hintze

Im Dezember 2018